Leserbrief in der Grenz-Warte vom 01.02.2020 über das Seniorenwohnheim

Zum Artikel in der Grenzwarte “Zweiter Schritt für Seniorenwohnheim” (vom 23. Januar 2020) ist am 1. Februar 2020 ein Leserbrief von Bjørn Rau erschienen. Darin wird unter anderem eine mangelnde Bürgerbeteiligung der jetzigen Rathausregierung kritisiert.

Dies möchte ich als Listenkandidat der FWG Schönsee zum Anlass nehmen, um Ihnen Bürgernähe aus meiner Sichtweise zu erläutern.

Bürgernähe bedeutet für mich, die Meinung und konstruktive Kritik der Bürgerinnen und Bürger wahrzunehmen, um diese im Dialog in eine transparente Entscheidungsfindung mit einfließen zu lassen.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass unsere Liste ein “Bürgertelefon” einrichtet. Die Anliegen unserer Mitbürger müssen uns ohne Umwege erreichen können. Als Sprachrohr zwischen Bürger und Verwaltung werden wir einen sog. Kümmerer berufen. Dieser Kümmerer ist weisungsunabhängig und wird bei der Bürgerversammlung eine eigene Redezeit erhalten.

Eine lebendige Gesellschaft braucht die Tatkraft und das Herz aller ihrer Mitmenschen! Wir wollen Schönsee hin zur Bürgerstadt entwickeln. Allen Bürgerinnen und Bürger, die in unserer wunderbaren Gemeinde leben, soll es ermöglicht werden die Politik aktiv mitzugestalten, und dies nicht nur alle sechs Jahre.

Stefan Biegerl


Leserbrief

Zum Artikel vom 23. Jan. “Zweiter Schritt für Seniorenwohnheim”

„Das wohl bedeutenste Bauvorhaben Schönsees seit 50 Jahren!“

Man musste schon früh zur Stadtratssitzung kommen, um überhaupt einen Sitzplatz zu ergattern, oder sich an die Wand quetschen müssen.

Als sachkundiger Zuhörer wollte ich mir selbst einen Überblick über das wohl wichtigste Bauvorhaben seit dem Schulbau vor 50 Jahren machen. Im ersten Blick zu der präsentierten zeichnerischen Darstellung des Bebaungsplanentwurf waren viele Fragen ungeklärt. So war ich gespannt auf die anstehende Diskussion im Stadtrat.

Ernüchternd war die Feststellung eines zweigeteilten Stadtrates. Auf der einen Seite wurden berechtigte Fragen zum Entwurf gestellt, auf der anderen Seite des Ratstisches herrschte Desinteresse an einer Sachdiskussion. Ein Stadtrat aus Dietersdorf fasste dies Verhalten mit den Worten zusammen, sinngemäß: Man solle den Investor nicht mit Detailfragen belästigen, sonst besteht die Gefahr das er sich aus Schönsee zurückzieht.

Als ehemaliger Architekt und Städteplaner kann ich mich der schweigenden Mehrheit des Stadtrates nicht anschließen.  Der Investor will Planungssicherheit und die Bevölkerung eine optimale Einbettung des zukünftigen Seniorenwohnheims in ihre gewohnte Umgebung. Beides erreicht man nur mit einer frühzeitigen und offenen Diskussionskultur. Da die Bevölkerung nicht in den Meinungsprozess mit eingebunden wird, hätte ich erwartet, dass sich der gesamte Stadtrat der Bürgerinteressen annimmt und nicht nur 5 Stadträte mit Sachverstand die Ungereimtheiten benennt.

Ich bezweifle, ob die Mitte April ausscheidenden Stadträte und die Bürgermeisterin ihrer Fraktion damit einen Gefallen getan haben, denn Bürgernähe steht auf dem Wahlprogram der CSU ganz oben, nur praktizieren können sie es nicht.

Dipl.-Ing., Dipl.-Ing.
Bjørn Rau, Schönsee

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Anonymous

    Ich sehe das alles etwas anders als im Leserbrief beschrieben. Die CSU praktiziert nämlich sehr wohl Bürgernähe. Denn man merkt ganz klar, dass jede einzelne Entscheidung des Stadtrates hundertprozentig die Meinung der Bürger widerspiegelt. Aufgrund dieser perfekten Ergebnisse wird ein Dialog zwischen der Bevölkerung und dem Stadtrat selbstverständlich absolut überflüssig. Warum sollte das Organ, dass die gesamte Gemeinde vertritt in diesem Fall auch mit derselben diskutieren, wenn es aus Sicht jener Gemeindevertretung keine Probleme zu geben scheint?

    Eine Vorzeigebeispiel für die praktizierte Bürgernähe des Stadtrates stellt die Homepage der VG dar, auf der ohne irgendwelche Ausnahmen stets alle wichtigen Informationen äußerst übersichtlich veröffentlicht werden. Besonders muss die Seite „Aktuelles“ gelobt werden, die über alle Beschlüsse des Stadtrates, aktuelle Bauvorhaben und vieles mehr Auskunft gibt. Dadurch kann effektiv verhindert werden, dass z.B. Gerüchte über den Bau des „Klöppel-Trafos“ als schlechter Scherz aufgefasst werden. Ein weiteres Beispiel wäre die exzellent gepflegte Seite über die Baugebiete, die definitiv nicht schwer zu finden ist und alle freien Grundstücke in Schönsee, Dietersdorf und Gaisthal auflistet:
    https://www.vg-schoensee.de/rathaus/bauen-und-wohnen/baugebiete.html

    Um auf den „Klöppel-Trafo“ zurückzukommen: Die Kosten für dieses überaus nützliche Monument belaufen sich auf nur ungefähr 150.000 €. Der Zuschuss mit 60 Prozent für dieses Projekt wird im Endeffekt bestimmt nicht von uns Bürgern finanziert. Besser könnte unser Geld doch auch gar nicht angelegt sein. Wer braucht schon funktionsfähige Straßen, Spielplätze, Fahrradwege oder eine Schule, wenn ein „Klöppel-Trafo“ unsere Stadt viel besser bewirbt als eine funktionierende Infrastruktur?

    Der Einwand des Stadtrates aus Dietersdorf ist gleichfalls nachvollziehbar. Warum sollte man einen Investor auch mit Detailfragen belästigen, wieso auch die Motive für einen Bau eines Seniorenheimes in Schönsee hinterfragen? Wieso nicht weiterhin im Dunkeln tappen und den Bauprozess dem Zufall überlassen? Das macht doch alles viel spannender und wer will schon ein problemfreies Bauvorhaben.

    1. FWG

      Dieser satirische Kommentar hat uns erreicht. Wir wollen Ihnen diesen nicht vorenthalten.

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