Ja, aber…

Am 06.07.2021 traf sich der Stadtrat zu einer öffentlichen Sitzung. Einziges Thema war die Vorstellung einer möglichen Bebauung eines Teilbereiches des ehemaligen Schulsportgeländes als „Gesundheitliches Sondergebiet“ für die STE (Sozialtherapeutische Einrichtung Lindau).

Zum Fortbestand der STE in Schönsee gab es ein eindeutiges Statement der Fraktionen der CSU und der Bürgerliste Miteinander, das sich verkürzt auf den Nenner „Ja, aber…“ reduzieren lässt.
Es wurden Bedenken geäußert hinsichtlich der Erschließungskosten, fehlender Planungssicherheit und zum wiederholten Mal auf den Verweis der fehlenden Prüfung von Standortalternativen.

Alternative Standorte:
Die Stadt hatte hinsichtlich der Prüfung alternative Standorte folgende Kriterien festgelegt:
– ausreichende Grundstücksgröße
– sofortige Bebaubarkeit möglich
– einfacher und zumutbarer Erschließungsaufwand
All diese Kriterien erfüllt einzig der ehemalige rückwärtige Schulsportplatz, der zur Zeit als Pferdekoppel genutzt wird.

Planungssicherheit:
Mit dem Landratsamt Schwandorf wurde abgeklärt, dass eine Baugenehmigung für eine Nutzung als „Sonderbaufläche“ möglich ist. Weiterhin liegt das Teilgrundstück an einer öffentlichen Verkehrsfläche mit ausreichender Breite.

Erschließungskosten:
In der Regel werden die Erschließungskosten von den zukünftigen Nutzern und Bauwilligen anteilsmäßig zu tragen sein. Es gibt keinen Anhalt dafür, warum in diesem Fall die Stadt Schönsee davon Abstand nehmen sollte.
Weiterhin halten sich die voraussichtlichen Erschließungskosten in einer zumutbaren Kostengrenze, denn Kanal, Wasser und Strom liegen direkt am Grundstück.
Die Straßenerschließung des Grundstückes kann auch über eine Anliegerstraße von maximal 4 Metern, wie vorhanden, erfolgen.
Sollte das westliche Areal von Schönsee für eine zukünftige Entwicklung z.B. als Industriegebiet etc. in die Diskussion aufgenommen werden, stünde die STE Bebauung dieser Entwicklung nicht im Wege.

Persönlich bedauere ich, dass die Stadtratskollegen weder auf die vorgetragenen Argumente von der STE Heimleitung für eine rasche Entscheidung pro STE Standort eingegangen sind noch ein einziges Wort über die vorgestellte mögliche Bebauung verloren haben. Um so erfreulicher war es, daß Stadtratskollege Eibauer meine Kritik an der verbesserungswürdigen Fassadengestaltung zustimmte.

Die nächsten Schritte sind nach Aussagen des ersten Bürgermeisters Kreuzer, das die Planung der Bevölkerung zur Einsicht und Kritik / Anregung öffentlich im Rathaus vorgestellt werden soll. Danach soll der Stadtrat zur Diskussion über das weitere Vorgehen zusammenkommen.

Ich wünsche mir eine konstruktive Diskussion auf Grundlage von belastbaren Fakten im gemeinsamen Interesse eines Verbleibs der STE. Um es mit den Worten von der Heimleitung Frau Hirschleb zu formulieren, „die Zeit brennt unter den Nägeln“.

Pointe:
Der CSU-Fraktionssprecher meinte, wir würden mit dem Neubau Leerstand generieren, ja, aber wir halten die STE mit ihren 36 Arbeitsplätzen im Ort, anderenfalls haben wir den Leerstand und gleichzeitig die Arbeitsplätze für Schönsee vernichtet.

Übrigens das Haus Drechselberg wurde ursprünglich für den Tourismus gebaut, und das dieser Standard irgendwann nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben für eine sozialtherapeuthischen Einrichtung entsprechen könnte, damit musste der Eigentümer eigentlich rechnen!



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