Besuch Karl Holmeier: Unterwegs in Schönsee – für Schönsee – und immer ein Ohr am Volk

Ein weiterer wichtiger Termin für Schönsee stand am 28. August 2020 an. Der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier (CSU) hatte seinen Besuch angekündigt.

Wieder warteten Bürgermeister Reinhard Kreuzer und sein Stellvertreter Andreas Hopfner im Büro auf den hohen Besuch. Gemeinsam mit dem 3. Bürgermeister Josef Fleißer betritt der Abgeordnete den Raum, und alle begrüßen sich zwar Corona-konform, aber deshalb nicht weniger herzlich. Diesmal treffen nicht nur Männer voller Tatkraft zusammen, sondern auch voller Authentizität. Das erkennt man schon daran, dass keiner seinen Dialekt versteckt. Von Anfang an zeichnet sich ab, dass der Termin mit dem hochkarätigen Gast viel weniger steif ablaufen würde als man es sich so vorstellt. Bodenständigkeit und klare Worte statt politischem Taktieren.

Bürgermeister Kreuzer stellt kurz die Tagespunkte vor und lobt Karl Holmeier, der Informationen nicht nur „schnell rausgibt“, sondern postwendend auf Emails antwortet und „a nou zwoa Stund`glei z`ruckrouft“. Ein Schmunzeln geht durch den Raum als Josef Fleißer anmerkt, dass Karl Holmeier auch in allem, was mit Breitbandausbau zu tun habe, „fit“ ist. Bescheiden wiegelt dieser ab und beschränkt seine diesbezüglichen Kompetenzen auf die Ansprechpartner bei der Telekom. Der Mann „Frisch von der Front“, wie er lachend von sich gibt, beginnt dann ohne Umschweife, dass man zwar bisher gut durch die Corona-Krise gekommen sei, aber man jetzt Gelder nachjustieren müsse: Mia mejßn schaua, dass ma as der Krise wieder einigermaßen assakemma!“ Er verheimlicht auch nicht, dass noch Einiges umzusetzen sei. Die Gemeinden würden sehr unter den Gewerbesteuerausfällen der letzten Monate leiden, und sie müssen einfach mit Geldern unterstützt werden. Auch Andreas Hopner hofft, dass die Kommunen die Situation glimpflich überstehen. Für November sei ein Termin „zum Gelderausgleich“ anberaumt, der überaus wichtig sei. Denn „Gemeinden müssen investieren, Gemeinden müssen funktionsfähig sein“ , unterstreicht Karl Holmeier sein Engagement für diese Sache.
Dann kommt neben den Förderungen für „innen statt außen“ auch der Straßenausbau in unserer Region zur Sprache. Natürlich die Strecke zwischen Gaisthal und Schönsee, aber auch das Nadelöhr zwischen Eslarn und Pfrentsch finden Erwähnung. Als Autobahnzubringer ist diese Strecke einfach nicht geeignet zumal Amazon dort baut und das Verkehrsaufkommen dadurch sicherlich nicht weniger wird. Dabei sei diese Anbindung für Schönsee ähnlich bedeutsam wie die nach Oberviechtach gibt Bürgermeister Kreuzer zu bedenken. Schon zückt der Abgeordnete Stift und Papier und notiert sich diese „Problemstelle“ auf seiner To-Do-Liste. Danach nickt er kurz in die Runde und gibt damit zu verstehen, dass er sich um dieses Anliegen kümmern wird.

Ein weiteres Thema ist die Leerstandsoffensive.
Für die „brauch ma neue Wege, da müss ma flexibler werden, sagt Bürgermeister Kreuzer. Er schildert dem Bundestagsabgeordneten die derzeitige Situation des geplanten Alten- und Pflegeheims in Schönsee. Karl Holmeier, der noch nicht weiß, dass er eine Begehung machen wird, bei der er die mögliche Alternative in Augenschein nehmen kann, bietet sofort seine Hilfe an: wenn wos is, steh` i jederzeit zur Verfügung“.
Das ist das Stichwort für Andreas Hopfner, der gleich die STE-Förderung und die Förderung für die Loew`sche Einrichtung mit in den Ring wirft: „Das sind alles Arbeitsplätze!“. Karl Holmeier nickt wieder voller Verständnis und meint, das müsste man „aschejb`m kinna“.
Bis er im nächsten Jahr, wie er erzählt, in Rente gehen wird, hat er also noch viel zu tun. Drei Perioden im Amt seien genug und es „schorrn ja scho junge“, lacht der Abgeordnete.

Apropos Zeit. Bürgermeister Reinhard Kreuzer fragt diesmal vorsichtshalber nach dem Zeitplan von Karl Holmeier. Und siehe da, er hat sich für Schönsee kein Zeitlimit gesetzt. Wieder lächelt er und lässt verlauten, dass er lediglich am Abend einen Vereinstermin habe. Das klingt doch richtig gut. So kann das Programm völlig stressfrei abgearbeitet werden, und die Herren beschließen, sich zu Fuß auf den Weg zu machen.
Wieder wird zuerst der „Zächstadl“ besucht. Eine Erläuterung zur geplanten Nutzung ergänzt die kurze Inspektion der einzelnen Räume. Selbstverständlich erfährt das restaurierte, alte Gebäude wieder Bewunderung, aber auch die eingebaute Küchenzeile, die die Multifunktionalität gewährleistet, zieht die Aufmerksamkeit auf sich.
Danach geht`s weiter über die Straße, wo David Veres, der stellvertretende Leiter des CeBB`s, bereits vor dem Eingang auf die Delegation wartet. Nach der Begrüßung führt David Veres in den Ausstellungsraum, wo die Werke des Fotowettbewerbs zum Projekt „Grünes Band“ besichtigt werden können. Der Bundestagsabgeordnete betrachtet die Fotos und hält plötzlich inne. Er freut sich sichtlich über etwas. Nach kurzer Spannung lässt er alle anderen an seiner Freude teilhaben. Denn auf einer Landschaftsaufnahme erkennt er eindeutig die Perspektive aus seinem eigenen Erleben wieder. Gut gelaunt geht es also weiter. Ganz oben angelangt wird auch die zweite Ausstellung mit den historischen Bildern studiert bevor sich alle zum Gespräch zusammenfinden. Karl Holmeier ist bereits gut informiert, ist er doch selbst Mitglied des Vereins „Bavaria Bohemia e.V.“. David Veres beschreibt die Mission der „Kulturdrehscheibe“: die Grenze in den Köpfen auszulöschen sei das oberste Ziel, „der erste Schritt über die Grenze – diese Hürde wollen wir den Menschen nehmen“. Karl Holmeier sieht diese Aufgabe als „gut gelungen“ und attestiert dem CeBB einen positiven Anteil an diesem Gelingen. David Veres sieht die Kultur gegenüber der Wirtschaft in einer besseren Position, die Menschen zu verbinden. Musik ist Musik, Bilder sind Bilder, Kunst ist Kunst – egal in welcher Sprache. Und so sei es deutlich leichter, die „Scheu“ abzulegen. Für manche Menschen ist es aber einfacher, wenn es jemanden gibt, der sie anfangs noch an die Hand nimmt. Genau dafür sind Veranstaltungen wie gemeinsame Fahrten nach Prag ins Theater gedacht. Eine entscheidende Aufgabe sei auch die Funktion als offizielle Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit im Auftrag des Ministeriums. Corona mache es schwerer die häufigen Anfragen nach Projektpartnern positiv zu beantworten. Ebenso schwierig sei die Finanzierung über die Vereinsbeiträge und über die verschiedenen Projekte. Insbesondere die Vorfinanzierung größerer Summen sei eine Herausforderung, da es bis zur Bewilligung und Auszahlung beantragter Gelder oft lange dauert. „Die Durststrecke ist zu lang“, bringt Bürgermeister Kreuzer die Lage auf den Punkt. Die Regierung sollte das CeBB als kultureigene Stätte annehmen, lautet der Konsens im Gespräch. Denn ansonsten müsse man „immer schauen, ob es diesmal klappt“, unterstreicht David Veres die Idee. „Den Bezirk ins Boot holen“, weil das “CeBB seit 15 Jahren gut arbeitet“, würde „Sicherheit für die Zukunft schaffen“, sind sich alle einig. Der Bundestagsabgeordnete zeigt sich auch hier hilfsbereit: „Unterstützung haben Sie von meiner Seite“. Schließlich ist er der Auffassung: „Ihr macht`s sehr gute Arbeit. Seit vielen vielen Jahren“. Darauf könne man nicht verzichten, denn das CeBB leiste „wichtige Arbeit für das Zusammenwachsen. Ganz, ganz wichtig!“, bekräftigt Holmeier seine Aussage. Mit einem weiteren Eindruck im Gepäck verabschieden sich der Abgeordnete und die Bürgermeister vom CeBB und von David Veres und machen sich auf Richtung Schönseer Hauptstraße.

Ab dem Bleier-Anwesen zeigen die Bürgermeister die Alternative zum Neubau des Alten-und Pflegeheims auf. Das verfügbare Areal reiche bis in die Kirchstraße erläutern sie und führen Karl Holmeier um das entsprechende Gebiet herum. Es würden derzeit die Möglichkeiten geprüft, „innen statt außen“-Förderung für das Vorhaben zu erhalten. Der Bundestagsabgeordnete zeigt sich beeindruckt, erkennt das Leerstandsproblem auf den ersten Blick und spricht die Gesamtproblematik an. Er ist sich mit Reinhard Kreuzer völlig einig darüber, dass dieser Zustand angegangen werden muss, auch mit neuen Mitteln und Wegen. Jedenfalls wird auf dem Informations-Spaziergang sehr deutlich, dass viel Arbeit vor Reinhard Kreuzer und seiner Mannschaft liegt. Aber man kann guter Dinge sein, dass dies nach und nach gelingt. Das kommt auch beim Bundestagsabgeordneten an. Denn auf den letzten Metern vor dem Rathaus entlockt ihm die offensichtliche Bürgernähe ein breites Grinsen als man aus einer Ecke eine deutliche Stimme vernimmt: „He, Andi! Wennst firte bist, kummst amal!“. Unterwegs in Schönsee und für Schönsee – und immer ein Ohr am Volk.

Die Dinge kommen in Bewegung, und wir können, dank der Initiative von Reinhard Kreuzer, auch mit der Unterstützung von oben rechnen. So endet der Besuch von Karl Holmeier in der Stadt Schönsee: mit einem Lächeln auf den Lippen und einigen Punkten mehr auf der To-Do-Liste des Bundestagsabgeordneten.

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