Besuch MdL Joachim Hanisch

Der 19. August: ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt, stand doch der Besuch von MdL Joachim Hanisch von den Freien Wählern auf dem Terminplan.

Pünktlich um zehn Uhr betritt er das Büro des Bürgermeisters, wo Reinhard Kreuzer und sein Stellvertreter Andreas Hopfner gespannt auf den Gast aus Regierungskreisen warten. Dem auf Abstand gehaltenen Corona-Gruß folgen warme Worte des ersten persönlichen Kennenlernens. Nicht nur unseren Bürgermeistern ist die Spannung ins Gesicht geschrieben, auch bei dem Abgeordneten ist die Neugierde, unsere „neu gewählte Regierung“ in Augenschein zu nehmen, offensichtlich. Mit drei Männern in einem Raum, in denen Tatendrang und Idealismus stecken, die Freunde offener und klarer Worte sind, fällt das „Beschnuppern“ ziemlich kurz aus, und man(n) kümmert sich ums Wesentliche.
Mdl Joachim Hanisch erklärt, dass er nicht nur gekommen ist, die Schönseer Frontmänner kennenzulernen, sondern weil ihm die ländlichen Gegenden sehr am Herzen liegen. „Ich kämpfe für den ländlichen Raum, weil es immer noch nachteilig ist, dort zu leben“. So gut er alle Pläne zur Förderung des Landes findet – entscheidend sei jedoch deren Umsetzung. Insbesondere Arbeitsplätze seien wichtig, um wieder Leben aufs Land zu bringen. Dann lächelt er und fasst sich an die Jackett-Tasche. Ein anerkennender Blick zu Bürgermeister Kreuzer und Joachim Hanisch zieht eben aus dieser Tasche einen Brief. Voller Wohlwollen bedankt er sich nicht nur für die „schönen“ Zeilen, die er von unserem Bürgermeister erhalten hat. Er berichtet auch, dieses Schreiben weitergegeben zu haben. Die Initiativen und Ideen von Reinhard Kreuzer scheinen anzukommen. Joachim Hanisch spricht auch von anderen Orten, die eigentlich zu klein sind, um die Zentren zu entlasten und um Behörden zu verlagern, aber es fällt auch das Wort „versuchen“. Wer weiß, ob Kreuzers Ideen nicht doch noch mehr Regierungsherzen erwärmen?
Und auch jetzt fackelt Reinhard Kreuzer nicht lang und unterbreitet dem Gast die Pläne für seinen Aufenthalt in Schönsee.
Als erstes steht ein Besuch im Centrum Bavaria Bohemia an. Anschließend soll das Zäch-Haus besichtigt werden und wichtiger Tagesordnungspunkt ist die Visite im STE.
Auch Andreas Hopfner ergreift das Wort, spricht über Projekte, über Arbeitsplätze und schlägt noch ein „Vorbeischauen“ in der Loew`schen Einrichtung vor.
Doch ganz schnell wird klar, dass die Zeit des Abgeordneten ziemlich knapp bemessen ist. Also nichts wie los! Schließlich will das Programm abgearbeitet werden.

Im CeBB begrüßt Frau Dr. Hofinger, die Leiterin des Zentrums, die Herren voller Freude über den Besuch. Bei einem Tässchen Kaffee spricht es sich viel leichter, und so erörtert sie die großen und kleinen Projekte, die das Team auf die Beine stellt. Vom Barockprojekt über das Projekt Kulturstadt bis hin zum „Grünen Band“, das „uns über die nächsten Jahre begleiten wird“, stellt Frau Dr. Hofinger dem Abgeordneten die Programme vor und lobt das Engagement des „super Teams“. Gleichzeitig erklärt sie aber, dass die Arbeitsauslastung so groß sei, dass nicht alles in dem Umfang bearbeitet werden kann, wie sie es sich wünschen würde. Außerdem benötigen die Mitarbeiter spezielle Qualifikationen, und sie stellt sich die Frage, „wie kann ich die Leute halten?“. Das Problem wird schnell klar. Zwar seien die Geldgeber sehr entgegenkommend, doch fürchtet Frau Dr. Hofinger, die Projektzusagen würden in Zukunft immer schwieriger. Somit könne sie stets nur Perspektiven für ein Jahr anbieten. Die Finanzierung über den Verein berge zusätzlich immer ein gewisses Risiko. Auch ehrenamtliches Engagement sei heutzutage schwierig und Freiwillige für diese Ämter rar gesät. Deshalb sei es für die gesicherte Existenz des CeBB`s so wichtig, eine andere Trägerstruktur zu finden. Doch auch überregionale Lösungen seien überaus schwierig. MdL Joachim Hanisch scheint mit den CeBB-Aktivitäten vertraut zu sein und lobt den Einsatz: „Ein Beispiel, wie man grenzübergreifende Arbeit leisten kann!“. Er ist begeistert, was „daraus gemacht wurde“, sieht aber primär den Bezirk in der Verantwortung und schlägt vor, einen vernünftigen Weg zu finden, wie dieser in die Trägerschaft einbezogen werden kann.

Und schon brennt die Zeit wieder unter den Nägeln. MdL Joachim Hanisch lässt noch seinen Folgetermin verschieben, und nach einer kurzen Stippvisite im „Zäch-Haus“ und bewundernden Blicken, die vor allem dem alten Gemäuer gelten, geht es schon weiter zum

STE. Den Bürgermeister Kreuzer und Hopfner ist sehr daran gelegen, dass auch für diesen Termin noch ausreichend Zeit bleibt. In der Sozialtherapeutischen Einrichtung warteten Ingeborg Hirschleb und Kerstin Clauß, die beiden Heimleiterinnen, und hoffen auf Unterstützung. Kurz und prägnant schildert Frau Hirschleb den Ist-Zustand.
Seit 20 Jahren bestehe die Einrichtung für Suchtkranke nun schon. Doch aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ist ein Umzug unumgänglich, da die Voraussetzungen wie Barrierefreiheit im Haus nicht gewährleistet werden können. Den Wegzug nach Mantel konnte man abwenden. Nun sei es aber von essentieller Bedeutung, dass der Neubau in Schönsee so schnell wie möglich beginnt. Zwar wurde eine Fristverlängerung gewährt, mehr als maximal eineinhalb Jahre Aufschub seien aber nicht möglich. Die Zeit drängt also schon wieder. 27 Mitarbeiter gehören zum Mitarbeiterstamm, und beinahe alle wohnen unmittelbar in der Gegend. Lediglich zwei davon hätten einige Kilometer zu fahren.
Und auch für die Menschen seien solche Einrichtungen immer wichtiger, weil die Suchtkranken immer mehr werden. „Zwischen 20 und 60 Jahren“ ist alles dabei, beschreibt Frau Hirschleb das Klientel einer Erkrankung, die jeden treffen kann, unabhängig von seiner sozialen Stellung.
MdL Joachim Hanisch ist sichtlich ergriffen von der Darstellung und zeigt sich ziemlich beeindruckt von dem außergewöhnlichen Therapieangebot der Einrichtung. Er erkennt sofort, dass das STE eine „wichtige Geschichte für die Gemeinde“ ist.
Frau Hirschleb berichtet von den Schwierigkeiten bei der Suche nach einem neuen, geeigneten Standort. Auch wenn einige Angebote vorlagen, so gab es doch stets Probleme mit der Bevölkerung, die keine Suchtkranken in der Nachbarschaft tolerieren. Schönsee sei da ganz anders. Größere Konflikte habe es zwischen den Bewohnern und den Schönseern in den ganzen 20 Jahren nicht gegeben. Ganz im Gegenteil – auf die Zusammenarbeit mit der hiesigen Bevölkerung kann man sich verlassen. Der Standort Schönsee bietet also optimale Voraussetzungen. Es ist auch fast alles geklärt, aber eben nur fast: ein Grundstück, auf dem gebaut werden kann, steht zur Verfügung, und ein Investor für den Bau wurde gefunden. Wenn nur die Behörden-Hürden nicht wären, die der alsbaldigen Abklärung bedürfen, damit das Projekt weitergehen kann.
Der Abgeordnete, bewegt von den Schilderungen, bietet sofort seine Hilfe bei Schwierigkeiten an. Er sieht die dringende Notwendigkeit dieser Einrichtung, und gleichzeitig hat er die Arbeitsplätze im Blick. Genauso, wie er es ursprünglich im Rathaus betont hat. Nun gilt es, „vorhandene Arbeitsplätze zu erhalten“. Man müsse „gemeinsam versuchen, alle Behörden zu überzeugen“. MdL Joachim Hanisch selbst ist ebenfalls sehr überzeugend, sodass die Hoffnung auf seine Unterstützung berechtigt scheint.

Das Treffen, bei dem jeder deutlich machte, wie viel Herzblut, Leidenschaft und Arbeit in dem jeweiligen „Geschäft“ steckt, dass es sich nicht nur um „Projekte“ oder um eine „Firma“ handelt, endet für alle mit guten Gefühlen. Mit dem Wissen, die Schönseer Bürgermeister hinter sich zu haben, denen das Wohl der Stadt und ihrer Bürger eine Herzensangelegenheit ist, und den Zusagen von MdL Joachim Hanisch, wachsen Hoffnung und Freude auf die Zukunft.
Vielleicht wird alles gut…

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